Paula Reichenberg weiß genau, wo der Hype aufhört und die Realität beginnt. Als Gründerin und CEO von Neur.on hat sie die erste neuronale Translation-Engine für Schweizer Anwälte entwickelt, LexMachina. Jetzt bringt sie diese Expertise zu Noxtua.
Ihre Reise begann nicht im Silicon Valley, sondern in Schweizer Gerichtssälen. Nach dem Jurastudium in Rechtswissenschaftliche Fakultät Uni Freiburg, der Anwaltsprüfung in Zürich und zwei Jahren im M&A- und Kapitalmarktrechtsteam der damals größten Schweizer Kanzlei gründete sie Hieronymus, Translations by Lawyers for Lawyers. Dort erkannte sie das Problem: Juristische Übersetzungen waren teuer, zeitaufwendig und oft ungenau.
"Weder Ingenieure noch Anwälte können allein erfolgreiche Legal Tech aufbauen", sagt sie. "Man braucht beides, tiefes Verständnis für rechtliche Anforderungen und die technischen Fähigkeiten zur Umsetzung."
Also holte sie sich beides. Nach einem MBA an der INSEAD absolvierte sie einen Data-Science-Kurs an der EPFL. Dann baute sie LexMachina in enger Zusammenarbeit mit der HEIA FR Hochschule für Technik und Architektur Freiburg auf; einem der führenden Kompetenzzentren für KI- und NLP-basierte Dokumentenanalyse in der Schweiz.
Das Ergebnis: Eine Übersetzungssoftware, die juristische Dokumente in den drei Schweizer Amtssprachen und Englisch bearbeitet. Mehrere hundert Kunden nutzen die Plattform bereits; Großkanzleien, Banken, öffentliche Verwaltungen. Die Seed-Runde brachte 1,6 Millionen Franken, mit Investoren wie Ajay Patel (Gründer von HighQ), James Sprayregen (ehem. Partner bei Kirkland & Ellis) und dem Rechtsverlag Helbing Lichtenhahn.
Neur.on wurde 2022 gegründet und gewann schon 2 Jahre darauf den #Swiss Fintech Award in der Kategorie Frühphasen-Start-up. Bilanz kürte Paula zur "Digital Shaper 2023", Le Temps zählte sie zu den "100 Persönlichkeiten, die die französischsprachige Schweiz geprägt haben". Neur.on wurde im Frühjahr 2026 von Legal230, dem größten europäischen “Pure-Player” für juristische Übersetzungen akquiriert.
Mit ihrer langjährigen Erfahrung durchschaut Paula die Euphorie um Generative AI. "Viele Anwälte haben ChatGPT entdeckt und sagen: 'Warte bis nächstes Jahr, es wird doppelt so gut sein.' Die Realität ist: Die Technologie von Übersetzungs-KI entwickelt sich schnell, aber die Qualität der Ergebnisse nicht exponentiell. ’ Maschinelle Übersetzung fühlte sich magisch an, als man Google Translate zum ersten Mal ausprobierte. Heute ist sie immer noch beeindruckend, aber nicht wesentlich besser. Um ein menschliches Lektorat kommt man nicht vorbei. "
Paula hat Jahre damit verbracht, KI-Modelle für juristische Texte zu trainieren. Sie weiß, wo die Technologie Mehrwert schafft und wo Marketing-Versprechen die Realität übersteigen. Sie hat gesehen, welche Investitionen nötig sind, um von 85% auf 95% Genauigkeit zu kommen. Sie kennt die regulatorischen Hürden, die Datenschutz-Anforderungen, die Erwartungen der Kanzleien.
Genau diese Bodenhaftung macht sie zur Thought-Leaderin für Legal AI. Paula weiß mit welchen Versprechen und Grenzen man am Markt konfrontiert ist. Diese Expertise hat sie nicht aus Panels und Whitepapers, sondern aus dem täglichen Entwicklungsprozess, denn sie hat als Anwältin Rechts-KI-Lösungen aufgebaut, finanziert und in den Markt gebracht.
Bei Noxtua bringt sie genau diese Perspektive ein: fundiert, praxisnah und frei von Hype. Während andere über die Zukunft der Legal AI spekulieren, kann Paula auf konkrete Erfahrungen zurückgreifen von der ersten Codezeile bis zur Skalierung auf hunderte Unternehmenskunden. Sie weiß, welche Fragen Kanzleien wirklich stellen, welche Bedenken CFOs haben, und wo die Technologie tatsächlich Zeit und Kosten spart.
Thought Leadership in Legal AI bedeutet Brücken zwischen juristischer Präzision und technologischer Innovation zu bauen. Es benötigt jemanden, der weiß, dass die besten AI-Lösungen nicht die mit den kühnsten Versprechen sind, sondern die, die im Alltag funktionieren.
Paula hat diese Brücke gebaut. Jetzt hilft sie anderen, sie zu überqueren.

















